Leitbild und pädagogische Grundsätze
der Kinder- und Jugendhilfe Hünenburg
Ev.-luth. Stiftung Hünenburg
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Die Kinder- und Jugendhilfe Hünenburg begleitet Kinder, Jugendliche, junge Volljährige und ihre Familien in herausfordernden Lebenssituationen. Wir schaffen sichere Orte, stärken Beziehungen und eröffnen Perspektiven für ein selbstbestimmtes und gelingendes Leben. Grundlage unseres Handelns sind Wertschätzung, Verantwortung, Teilhabe und ein christliches Menschenbild.
Jeder Mensch verdient die Chance auf ein selbstbestimmtes und gelingendes Leben.
Wir glauben an eine Gesellschaft, in der Kinder und Jugendliche unabhängig von Herkunft, Lebensgeschichte oder Persönlichkeit die Unterstützung erhalten, die sie für ihre Entwicklung benötigen.
Wir geben Halt, Schutz und Perspektiven.
Wir begleiten junge Menschen und ihre Familien durch schwierige Lebensphasen, fördern ihre Stärken und unterstützen sie dabei, ihren eigenen Weg zu finden. Dabei begegnen wir jedem Menschen respektvoll, wertschätzend und auf Augenhöhe.
Soziale Arbeit mit Kopf, Herz und Hand.
Wir schaffen sichere Orte, verlässliche Beziehungen und klare Strukturen. Unsere Arbeit orientiert sich an den Grundsätzen der Neuen Autorität: Präsenz statt Distanz, Beziehung statt Macht und Verantwortung statt Kontrolle. Gemeinsam mit Familien, Schulen, Jugendämtern und weiteren Partnern entwickeln wir tragfähige Perspektiven für die Zukunft.
Wertschätzung & Respekt
Jeder Mensch ist einzigartig und verdient Anerkennung und Achtung.
Vertrauen & Verantwortung
Wir übernehmen Verantwortung füreinander und handeln verlässlich.
Sicherheit & Verlässlichkeit
Wir schaffen Orte, an denen junge Menschen Schutz und Orientierung finden.
Partizipation & Mitbestimmung
Kinder und Jugendliche werden aktiv in Entscheidungen einbezogen.
Förderung & Entwicklung
Wir stärken Ressourcen und fördern individuelle Potenziale.
Professionalität & Teamarbeit
Unsere Arbeit basiert auf Fachlichkeit, Reflexion und Engagement.
Wir kümmern uns um die Probleme, die junge Menschen haben – nicht nur um die, die sie machen.
Wir verstehen Verhalten als Ausdruck individueller Lebensgeschichte. Deshalb suchen wir nicht nach Schuldigen, sondern nach Lösungen. Gemeinsam mit den jungen Menschen und ihren Familien entwickeln wir Perspektiven für ein gelingendes Leben.
Die Einrichtung gewährleistet im Rahmen eines gemeinsam von Mitarbeitern und Klienten zu lebenden Klimas gegenseitiger Achtung, das auf dem Gebot christlicher Nächstenliebe basiert, Beteiligungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten der Klienten bei der Ausgestaltung des jeweiligen Betreuungsprozesses. Sie werden einbezogen in die Gestaltung von Beteiligungsprozessen und die Entwicklung und Implementierung eines Beschwerdemanagements (Partizipation), wobei diese Einbeziehung nicht als statischer oder einmaliger Vorgang, sondern als fortlaufender Entwicklungsprozess im Rahmen einer persönlichen Beziehung begriffen wird und neben zu installierenden und stetig fortzuschreibenden Methoden und Mechanismen insbesondere eine gemeinsame Haltung repräsentiert.
Bei der Definition dessen, was mit Partizipation im Rahmen vollstationärer Jugendhilfe gemeint ist, sind verschiedene Stufen und Formen der Beteiligung voneinander abzugrenzen bzw. deren Wechselwirkungen zu verdeutlichen: Geht es bei den Bereichen der Beteiligung zum einen um Mitwirkungsmöglichkeiten im pädagogischen Alltag (Beteiligungs- bzw. Aushandlungsprozesse z.B. in den Bereichen der individuellen Lebensplanung, der Hilfeplanung oder im Bereich der Gruppe oder der Gesamteinrichtung), widmet sich der Anspruch an Partizipation auch der strukturellen Ebene (formale Rechte z.B. im Kontext von Gremien, Verfahren oder Methoden).
Verwirklicht Partizipation sich unserer Auffassung nach als stetig fließender Prozess über die Stufen Information, Mitsprache und Mitbestimmung, sind diese Stufen wiederum u.a. vom Alter und Entwicklungsstand der Klientel abhängig. Wenn es jedoch gelingt, Partizipation wie o.a. als Entwicklungs- und Lernprozess für alle Beteiligten zu begreifen, wird nicht nur die Frage obsolet, ob Kinder und Jugendliche überhaupt beteiligt werden sollten, weil sie dies doch noch gar nicht könnten, noch nicht gelernt hätten, sondern man läuft auch nicht Gefahr, im erzieherischen Kontext Beteiligungsrechte zu verweigern, weil die Gruppe der Adressaten die Voraussetzungen für eine gelingende Partizipation eben (noch) nicht mitbringt. Dies käme einer missbräuchlichen Interpretation gleich, da die Definitionsmacht bei den Erwachsenen verbliebe und anzunehmen wäre, dass das pädagogische Handeln nicht automatisch darauf abzielen dürfte, Macht zu teilen oder zu übertragen. Kurz: Man kann nicht Nicht-Beteiligen, wenn Partizipation als gemeinsamer Weg verstanden wird!
Partizipation ist jedoch auch das Ziel jeglicher Erziehungs- und Bildungsarbeit, denn das gemeinsame Erlernen und Erleben von Beteiligungsstrukturen, in denen die eigene Meinung zählt und zeitnahe Veränderungen bewirken kann, führt zu einem positiven Demokratieverständnis. Doch nicht nur der Klientel, sondern auch allen Mitarbeitern kann und wird gelebte Partizipation helfen und deren Zufriedenheit erhöhen (neben der fachlichen Qualifikation ein weiterer wesentlicher Einflussfaktor auf das erzieherische Handeln), können im Konsens entwickelte Entscheidungen so doch von allen mitgetragen und respektiert werden.
Partizipation ist somit zweifellos einer der großen Wirkfaktoren in der Jugendhilfe und dadurch mehr als ein basisdemokratisches Instrument, ein Qualitätskriterium bzw. eine Haltung, die alles durchdringt. Sie ist ein wesentlicher Einflussfaktor auf die pädagogische Effektivität, die Unterbringungslänge und damit die Unterbringungskosten und trägt so neben einrichtungsinternen Erfolgen auch sozialpolitischen und administrativen Erwartungen Rechnung.
Ausgehend von den vorherigen Grundannahmen der Klienten haben diese das Recht und die (zu erlernende) Aufgabe,
Bzgl. des Schaffens einer entsprechenden Motivation, sich ernsthaft und sinnstiftend in den Prozess einzubringen ist wichtig, tatsächliche Mitsprache- und Beteiligungsmöglichkeiten zu bieten und Konsequenzen und Ergebnisse gemeinsam getroffener Entscheidungen zeitnah wahrnehmbar zu machen.
